Der Turmbau zu Weck

Obwohl wir in diesem Jahr wesentlich weniger Äpfel als in den vergangenen Jahren ernten konnten, waren und sind es immer noch reichlich.

Apfelkompott haben wir eingefroren, Apfelkuchen gegessen, Äpfel verschenkt, Apfelsaft kalt entsaftet – unsere Kapazitäten und Ideen waren einfach erschöpft.

Dazu kommt das Problem, dass die Äpfel nicht lange lagerfähig sind. Wie wir nun auch noch erfahren haben, leidet zumindest einer der beiden Bäume an der Ringfäule (Monilia).  Vielen Dank für den Hinweis, liebe Georgia.

vergammelt

Wir hatten das noch gar nicht begriffen, aber dafür instinktiv vieles richtig gemacht: Faule Äpfel und Mumien aus dem Baum entfernt, Fallobst aufgesammelt und nicht auf den Kompost geworfen, sondern komplett aus dem Garten genommen. Allerdings war unser Hintergedanke, dass wir den Schnecken kein leckeres Buffet aufbauen wollten.

Gutes Gewissen durch eigene Äpfel

Trotz der harten Verluste – weil ohnehin weniger Äpfel und dann noch viele, die vergammelt sind – haben wir immer noch reichlich Äpfel. In den vergangenen Tagen haben wir zudem gelesen, dass Konzerne teilweise Gelatine verwenden, um Apfelsaft herzustellen. Ich bin seit mehr als 35 Jahren Vegetarierin und wirklich nicht pingelig. Es ist mir egal, was mein Tischnachbar auf dem Teller hat, so lange es nicht auf meinem liegt. Und wenn ich versehentlich mal etwas esse, was nicht mit meiner Überzeugung überein stimmt, bekomme ich deshalb keinen hysterischen Anfall. Aber das geht zu weit! Bestandteile vom Schwein – wohl eher selten Rind – haben in Apfelsaft für mein Empfinden nix zu suchen. Sieht Maichel übrigens genauso, obwohl er kein Vegetarier ist. Deshalb nehmen wir jetzt einfach die überflüssigen Äpfel als Geschenk an und produzieren selbst Saft.

Alte Technik bringt neue Erkenntnisse

Den ersten Versuch haben wir mit einem Kaltentsafter gestartet. Danke, lieber Uli, für die Leihgabe des Geräts. Der Saft war richtig lecker, aber der Weg dahin klebrig. Oder, um es ganz deutlich zu sagen: Wir haben ordentlich rumgekleckert, die Ausbeute war mühsam und musste auch noch gefiltert werden.

Doch seit einigen Tagen sind wir stolze Besitzer eines Weck-Einkochautomaten mit Entsafter-Aufsatz. Dies war das großzügige Geschenk meiner Schwester. Danke, liebe Anne, Du hast Maichel die Einrichtung seines Esszimmers gerettet, ich matsche jetzt nicht mehr so schlimm rum.

Hier der Einkochautomat ohne Entsafteraufsatz:

weckautomat
Foto: Maichel Dutta

 

Und hier der Weck-Einkochautomat mit Entsafteraufsatz:

entsafteraufsatz
Foto: Maichel Dutta

 

Zunächst mussten wir lernen, dass reichlich Äpfel nicht zwangsläufig zu viel Apfelsaft führen. Wir haben die Äpfel zerkleinert, Kerngehäuse und unschöne Stellen rausgeschnitten. Der Korb vom Automaten war großzügig gefüllt:

 

korb
Foto: Maichel Dutta

 

Das Ergebnis

Rausgekommen sind dabei zwei Flaschen Apfelsaft. Macht nix, er schmeckt sehr gut und besteht garantiert nur aus Äpfeln, Wasser und ein wenig Zucker (wirklich wenig).

 

apfelsaft
Foto: Maichel Dutta

In den nächsten Tagen werden wir weitere Flaschen produzieren. Dauert zwar ziemlich lange, mit Äpfeln schnibbeln und Kochzeit fast zwei Stunden, aber das Ergebnis überzeugt und der Saft ist lange haltbar – sofern wir uns zusammenreißen und nicht gleich alles austrinken.


Ein Gedanke zu “Der Turmbau zu Weck

  1. Menno, ich freu mich schon auf den nächsten Sommer. Was uns da wohl alles so erwartet? Wenn man das von heute Abend mal so richtig sacken lässt, dann wird es eine Menge Neues, was in einem halben Jahr auf uns zukommt.

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