Garten-Imperialisten, neue Ideen und alte Bekannte

Eigentlich bin ich schwer für Bio, kaufe viel im Bio-Laden, unterschreibe Petitionen für den Erhalt von Arten etc. Aber hier und jetzt ist die Grenze erreicht: Die Ameisen benehmen sich gerade wie die schlimmsten Garten-Imperialisten. Ja, ich habe bedauert, dass so viele Ameisen-Arten schon ausgestorben oder davon bedroht sind. In diesem Moment – der kalten Wut – bin ich mir aber nicht mehr so sicher, dass dies durchgängig eine schlechte Nachricht war. Sie haben meinen Erdbeer-Spinat gekillt, sie versuchen es auch gerade mit den Borlotti-Bohnen. Und genau an diesem Punkt reicht es. Wenn die Viecher für ihre dämlichen Blattlaus-Bauernhöfe meine Pflanzen als Grundlage nehmen, platzt mir der Kragen. Meine schlechte Laune hat dazu geführt, dass mein fleißiger Helfer eine alte Sprühflasche organisiert hat. Die habe ich mit Schmierseifenlauge gefüllt, die mit Spiritus versetzt ist  (hier gibt es keine Gnade mehr). Damit habe ich die befallenen Pflanzen besprüht. Und die Flasche steht in Reichweite; wenn nötig, lege ich nach!

 

Die Borlotti-Bohnen nach der Seifendusche:

 

Der Erdbeerspinat, übervoll mit Blattläusen und Ameisen:

 

erbeerspinat

 

Ich habe dann beschlossen, den Erbeerspinat zu beerdigen und dafür dort Salat zu ziehen. Schließlich habe ich noch den Saatteppich  „Italienische Salatwiese“ von Gärtner Pötschke. Nachdem aber bereits das Saatband gegen Schnecken und das Saatband mit den Rankpflanzen nix, aber auch gar nix war, ist dies auch für Pötschke die letzte Chance.

Mach was daraus und zwar Salat!

letzte chance

Bei allem Ärger des heutigen Tages habe ich dann beschlossen, einfach neue Kapitel aufzuschlagen. Der Garten ist zu klein, um alle Wünsche unterzubringen, aber zu groß, um alles so zu pflegen, wie ich es gern hätte. Nun werde ich einfach die Lücken ausnutzen. So ähnlich wie der Berliner Senat jetzt ständig bei den Bauprogrammen von Lückenschluss redet. Ich hoffe, damit erfolgreicher zu sein.

Auf die Idee hat mich „Neues vom Landei“ bei youtube gebracht. Der Kanal ist toll. Auch, als meine Kartoffeln zu früh keimten, fand ich dort die rettende Idee mit den Papiertüten.

Die harte Unterscheidung zwischen Nutz- und Ziergarten ist Mist. Ich habe jetzt einfach zwischen die Blumen hinter dem Häuschen Bohnen gelegt. Dann wachsen dort eben die  Buschbohnen, wenn es keinen anderen Platz mehr gibt. Dieser Teil des Gartens war bisher von uns nicht besonders beachtet worden, also irgendwie ein wenig ungeliebt. Das ändert sich jetzt, versprochen.

ausweichbeet

 

Außerdem werde ich versuchen, die Lupinen zu vermehren. Jetzt müssen nur noch die Samen-Schoten richtig trocken werden. Sieht momentan etwas unordentlich aus, geht aber nicht anders.

lupine

 

Für große (Vor-)Freude sorgt momentan der bepflanzte Kompost. Die Gurken wachsen gut, wir konnten ernten. Die runde Zucchini hat bereits die ersten Bällchen, spätestens am Freitag wird die erste geerntet. Vielleicht halten wir es aber auch nicht aus und nehmen sie morgen schon mit.

Zucchini

Sieht auf dem Foto viel größer aus, als sie in Wirklichkeit ist.

Und dann gab es heute noch Anlass für große Freude. Die Distel ist wieder da! Ich hatte befürchtet, dass sie sich verabschiedet hat. Noch etwas unauffällig, aber das wird sie in den nächsten Wochen sicherlich ändern.

distel

Viel ist es noch nicht, aber wir haben die ersten Erbsen geerntet. Sie kommen nachher ausgepult in den Salat.

erbsen

Und meine Stockrose hat weitere Blüten geöffnet. Neue Blüten im Garten:


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